Plötzlich Shakespeare

rowohlt - Rowohlt verlag
rowohlt - Rowohlt verlag
Das neue Buch von David Safier ist auf dem Markt; "Plötzllich Shakespeare" . Ein sehr seichter Unterhaltungsroman.

Es steht verheißungsvoll auf jedem Bestseller-Tisch der Buchläden zu finden: Das neue Buch von David Safier, ein deutscher Schriftsteller und Journalist, der sein Romandebüt mit „Mieses Karma“ hatte.

Kitsch und Klischee

Das Booklet verspricht eine lustige, zeitlose Liebesgeschichte zwischen Rosa und ihrem früheren Leben Shakespeare.

Rosa wurde von ihr vermeintlichen großen Liebe verlassen und ist nach der Trennung in eine Sinnkrise gefallen. Nichts läuft mehr rund in ihrem Leben. Unzufrieden im Beruf und kein Glück in der Liebe.

Während einer Zirkusbesuchs trifft Rosa auf einen Hypnotiseur, der davon überzeugt ist, dass Rosas Probleme in ihrem früheren Ich behaftet sind.

So lässt sich Rosa lässt mittels Rückführung in den Körper ihres früheren Ichs bringen. Ausgerechnet im Körper des berühmtesten Dramatikers des elisabethanischen Zeitalters findet sie sich wieder. Und in diesem muss sie solange bleiben, bis sie ihre wahre Liebe gefunden hat. Nicht ganz einfach gestaltet sich das Leben William Shakespeares mit zwei Seelen. Und schon gar nicht die Suche nach der wahren Liebe.

Da wären zum einen die untriebigen Frauengeschichten Williams oder die Beziehungsprobleme von der Königin Elisabeth. Zum anderen müssen Rosa und William Sonette und Dramen schreiben. So sehr William und Rosa sich am Anfang misstrauen, um so mehr lernen sie sich zu mögen und den anderen zu respektieren. Bis sie merken nicht mehr ohne den anderen leben zu können.

Mal lustig, mal übertrieben verkitscht und von Klischee triefend überwinden Rosa und William jedes Hindernis der Zeiten.

Shakespeare würde sich im Grab umdrehen

Der Schreibstil ist einfach und die Seitenzahl ist in dem Umfang gehalten, dass sich der Roman innerhalb von ein paar Stunden durchlesen lässt. Doch als literarischen Bestseller ist die Geschichte nicht geeignet.

Die eingewobenen Verbindungen mit Shakespeares Leben oder Werken sind mehr als konstruiert. Einem Shakespeare Kenner kommt das Gähnen bei den Anspielungen, dass ein Priester namens Lorenzo, Shakespeare mit seiner großen Liebe Anne verheiratet hätte. Hingegen findet ein Shakespeare-Ahnungsloser das ganze Geplänkel über Rosalind und Malvolio unverständlich.

Von diesem Aspekt könnte man getrost absehen, wenn nicht noch das grauenvolle Ende der Geschichte hinzu kommen würde. Man hofft noch -vergeblich- auf den ersten hundert Seiten, dass nicht William und Rosa sich verlieben. Dass nicht Rosa durch die Reise in ihre Vergangenheit erkennt, dass sie selbst ihre wahre, große Liebe ist.

Genau dies trifft aber ein. Am Ende sind alle glücklich und zufrieden und haben ihre wahre Liebe gefunden. Rosa verwirklicht sich selbst und beginnt auch ein Leben als Schriftstellerin ca. 500 Jahre nach ihrem früheren Ich.

Was bleibt, ist eine sehr seichte Leselektüre

Wer auf leicht durchschaubare Satire-Geschichten steht, hat mit „Plötzlich Shakespeare“ sicherlich einen guten Roman in der Hand für den nächsten Strandurlaub. Den restlichen Lesern sei aber davon abgeraten. Um die Erkenntnis, dass „man sich erst selbst lieben muss, um andere zu lieben“, zu erlangen, muss man sich nicht 300 Seiten Shakespeareverdrehungen durchlesen.

David Safier "Plötzlich Shakespeare." Kindler Verlag, 3. Auflage (12. März 2010), gebundene Ausgabe deutsch, 320 Seiten, 17,95 Euro

ISBN-10: 3463405539; ISBN-13: 978-3463405537

Miriam Geis - Miriam Geis wurde 1989 in Offenbach am Main geboren. Aufgewachsen in der Bankenmetropole Frankfurt sammelte sie bereits in frühen ...

rss
Hilfreich?